Tropfstelle am Eckventil erkennen
Ein Eckventil unter der Spüle oder am Waschbecken tropft häufig an der Spindel oder an der Quetschverschraubung. Bevor eine Mutter gelöst wird, lohnt sich eine ruhige Beobachtung der nassen Stelle. Sitzt der Tropfen am Griff oder an der Spindel, ist oft die innere Dichtung verhärtet oder verrutscht. Feuchtigkeit direkt an der Überwurfmutter zum Zulaufrohr weist eher auf die Quetschverbindung hin. Ein trockenes Tuch unter der Armatur zeigt, ob das Wasser nur außen abläuft oder aus einer bestimmten Fuge kommt.
Die Leitung darf in dieser Phase unter normalem Druck bleiben, solange nur geschaut und nicht zerlegt wird. Schalten Sie elektrische Geräte im Unterschrank aus, wenn bereits Wasser auf dem Schrankboden steht. Notieren Sie, ob der Tropfen bei offenem und bei geschlossenem Griff gleich stark ist. Diese einfache Unterscheidung hilft später bei der Entscheidung, ob nur die Spindel nachgesetzt werden kann oder ob die Verbindung zum Rohr undicht ist.
Griff bewegen und Wasser absperren
Drehen Sie den Griff langsam mehrfach von der offenen in die geschlossene Stellung und wieder zurück. Manchmal setzt sich die Dichtung dabei neu und das Tropfen hört auf. Bewegen Sie den Griff nicht mit einer Zange und nicht über den Anschlag hinaus. Ein schwergängiges Ventil wird nicht mit Gewalt geschlossen, weil die Spindel abreißen oder der Sitz beschädigt werden kann. Bleibt die Stelle nach mehreren langsamen Drehungen nass, endet dieser Versuch.
Danach wird das Wasser an der Wohnungsabsperrung oder am Hauptventil abgestellt. Ein nachgeschalteter Wasserhahn wird geöffnet, damit der Restdruck aus der Leitung entweicht. Erst dann wird die Verschraubung am Eckventil geprüft. Arbeiten unter Druck führen dazu, dass Wasser unkontrolliert in den Schrank spritzt und dass sich eine Mutter beim Lösen verkantet. Liegt die Absperrung nicht in der eigenen Wohnung oder lässt sie sich nicht betätigen, ist ein Fachbetrieb nötig, bevor weiter zerlegt wird.
Verschraubung prüfen und passende Teile wählen
Nach dem Absperren wird die Überwurfmutter nur so weit geprüft, wie sie ohne Gewalt zugänglich ist. Eine sichtbar lockere Mutter darf mit einem passenden Maulschlüssel gleichmäßig nachgezogen werden. Zu starkes Anziehen verformt Quetschring und Rohr und macht die Stelle oft undichter. Verkantete Schlüssel und Wasserpumpenzangen hinterlassen Kerben, an denen später erneut Wasser austritt. Passt kein Schlüssel oder sitzt die Mutter fest, wird nicht weiter gehebelt.
Ersatzteile müssen zur vorhandenen Rohrart passen. Kupferrohr, verchromtes Kupferrohr und Mehrschichtverbundrohr verwenden unterschiedliche Quetschringe, Stützhülsen und Dichtungen. Ein Ring, der nur ungefähr den gleichen Durchmesser hat, dichtet nicht zuverlässig und kann die lichte Weite einengen. Alte Dichtringe werden vollständig entfernt. Die Dichtflächen müssen sauber, rund und ohne tiefe Kratzer sein. Ein eingekerbtes oder oval gedrücktes Rohrende gehört nicht in eine neue Verschraubung, sondern wird vom Fachbetrieb gekürzt oder ersetzt.
Hanf und Dichtpaste gehören nicht an eine Quetschverbindung. Diese Stoffe sind für bestimmte Gewinde gedacht und ersetzen keine Formdichtung an einem Quetschring. Auch Dichtband auf der Überwurfmutter schließt die eigentliche Dichtfläche nicht. Wer die Rohrart nicht sicher erkennt, etwa weil das Rohr verchromt, lackiert oder teilweise verkleidet ist, lässt die Verbindung geschlossen. Unterschiedliche Rohrwerkstoffe sehen von außen ähnlich aus, deshalb ist Raten an dieser Stelle keine sichere Methode.
Wenn das Ventil nicht schließt
Lässt sich das Eckventil nicht schließen oder dreht der Griff ohne spürbaren Widerstand durch, darf das Ventil nicht weiter zerlegt werden. Ein blockierter Sitz oder eine ausgedrehte Spindel lässt sich im eingebauten Zustand oft nicht sicher abdichten. Provisorische Stopfen, Klebeband oder eine dicke Schicht Dichtpaste sind keine dauerhafte Absperrung. In diesem Fall bleibt die vorgelagerte Absperrung zu, und ein Fachbetrieb übernimmt den Austausch, bevor weitere Teile gelöst werden.
Nach einer kleinen Nacharbeit, etwa einem maßvollen Nachziehen oder dem Tausch eines eindeutig passenden Dichtrings, wird die Leitung langsam wieder unter Druck gesetzt. Zuerst wird die Absperrung nur wenig geöffnet und die zuvor trockene Stelle mit einem trockenen Tuch beobachtet. Entsteht nach einigen Minuten kein Feuchtigkeitsfilm, kann der normale Gebrauch vorsichtig wieder aufgenommen werden. Am nächsten Tag wird der Unterschrank noch einmal kontrolliert, weil sich manche Quetschverbindungen erst unter vollem Leitungsdruck zeigen.
Die Eigenarbeit endet, sobald das Ventil festsitzt, das Rohr dünn wirkt oder Wasser hinter der Wand oder aus dem Bodenbelag austritt. Solche Fälle sind keine Einstellarbeit mehr. Bis zum Termin des Fachbetriebs bleiben Absperrung und ein Auffangbehälter in Funktion. Elektrische Geräte im Unterschrank bleiben vom Netz getrennt, solange Feuchtigkeit sie erreichen kann. So bleibt die Leckstelle begrenzt, ohne dass an einer unklaren Verbindung weiter zerlegt wird.